So, nun ist es entschieden. Ich werde wie geplant am 18. Juni in Bremen puenktlich zum Fruehstueck landen. Ich habe gerade einen Flug von Singapur nach Bangkok am 15. Juni gebucht und mir ne Karte fuers Hurricane bestellt. Bestimmt werde ich diese Entscheidung irgendwann bereuen, aber irgendwann muss ja mal Butter bei die Fische und mein Kontostand ist schon auf Reserve. Meine letzten Tage werde ich nochmal ganz entspannt am Strand und unter Wasser vebringen. Morgen geht es auf die Perhentian Islands. Vier-fuenf Tage Sonne tanken. Dann gehts (hoffentlich, hab noch kein Ticket) mit dem Zug nach Singapur. Dort zwei Tage umschauen, dann nach Bangkok zur finalen Shoppingattacke. Komisches gefuehl, ich kann mir das gar nicht vorstellen in 10 Tagen nach Hause zu fliegen. Den heutigen Abend war ich nicht untaetig, ich habe endlich die ersten Ko Tao Eintraege (siehe Mitte Mai) eingefuegt und ein paar Malaysia-Eintraege geschrieben. Jetzt fehlen nur noch zwei Tage Krabi und zwei-drei Ko Tao-Geschichten. Die kriege ich ja vielleicht auch noch am Strand zusammengekloeppelt.Ich vermute mal, dass auf den Perhentians Internet entweder abwesend oder sehr teuer ist und klinke mich daher erstmal wieder aus. Aber mann weiss ja nie…

6. Juni 2007, 6:24 pm Uhr

Die Busfahrt vom Taman Negara Dschungel in Richtung Cameron Highlands gestaltet sich relativ entspannt. Zeit ist ja knapp, deswegen hab ich das komplette Package gebucht und werde fuer ein paar Ringgit mehr sozusagen von Haustuer zu Haustuer befoerdert. Die Cameron Highlands gehen bis ueber 1500 Meter und haben deswegen ein ganz anderes Klima als der Rest von Malaysia. Als der Bus sich die Serpentinen hochquaelt sind wir auf einmal mitten im Nebel, dann faengt es an zu regnen. Am Guesthouse angekommen steigen wir aus dem Bus, aber der normale Effekt des “Knueppel auf den Kopf”  beim Aussteigen aus einem Bus mit Aircondition bleibt aus. es ist “kalt”. Naja, wahrscheinlich sinds noch immer ueber zwanzig Grad, aber ein krasser Kontrast zum Klima der letzten zwei Monate. Das Guesthouse erweist sich als extrem gemuetlicher Ort und so verbringe ich den Rest des Tages mit rumhaengen und “vom Dschungel erholen”.
Am naechsten Morgen geht es auf eine schoene Touritour, die uns die Spezialitaeten der Region naeher bringen sollen. Ich fahre mit vier Hollaendern (Paul und Lieke, Bart und Anouk), mit denen ich auch schon den Abend gestern verbracht habe. Durch das kuehle Klima werden hier sehr exotische Sachen angebaut, die es sonst in Suedostasien sehr selten gibt. erstes Highlight: eine Rosenfarm. Man stelle sich das mal vor: vier Hollaender und ein Deutscher fahren in Malaysia zu einer Rosenfarm. Das kenne wir ja noch gar nicht. Ich lach mich schlapp… Naechstes Highlight: eine Erdbeerfarm! Die Strassenraender sind gesaeumt mit aufblasbaren Erdbeeren, auf Schildern wird angeboten: “Pick your own strawberries”. Fuer Malayen, die hier den Hauptteil der Touristen ausmachen, bestimmt ein echter Kracher. Ich gebe mich mit einem Erdbeershake zufrieden. Dann wird es tatsaechlich interessant und schoen. Hauptprodukt ist hier naemlich Tee. Und so fahren wir denn durch eine echt schoene Huegellandschaft mit Teepflanzen. es gibt dann auch eine Tour durch die Fabrik und dann wird probiert. Tja, als einmal-im-Jahr-Teetrinker kann ich da jetzt keine Besonderheiten feststellen. Aber der Ausblick von der Terrasse ist wunderschoen. Als naechstes geht es zu einer Schmetterlingsfarm. In einer begehbaren Voliere fliegen einem hier tatsaechlich die Schmetterlinge um die Nase. Grosse, kleine, bunte… am Boden auch ziemlich viele tote, die die Annaeherungsversuche der Touristen wohl nicht ueberstanden haben. Richtig interessant wird es dann in der Insekten- und Schlangenabteilung. Hier kann ich nun endlichall die Viecher sehen, die ich eigentlich in freier Wildbahn im Dschungel erwartet habe. Bei einigen bin ich wirklich froh, dass das nicht so war. Die Kaefer und Spinnen sind wirklich abartig gross und sehen aus wie aus einen Science-Fiction Film. Ab und zu holt der Guide mal eins der Viecher zur naeheren Ansicht raus. Echt superfaszinierend. Allein dafuer hat sich der Trip gelohnt. Als naechstes kommen noch eine Bienenzucht und ein chinesischer Tempel, die jedoch aufgrund ihrer extremen Langweiligkeit keiner weitern Becshreibung beduerfen. Das Klima hier ist echt verrueckt. Morgens scheint richtig schoen die Sonne und puenktlich um zwei Uhr kommt der Regen und der Nebel. Demzufolge ist die Tour auch dann beendet und der ganze Nachmittag ist zum Relaxen da, denn wer wills chon bei Regen raus….
Am zweiten Tag lasse ich mir mit dem Aufstehen mal gut Zeit und starte dann eine Wanderung mit Anouk und Bart. Es geht durch einen Wald, und es ist fast wie zuhause. Zwischendurch kommt ein recht spektakulaerer Wasserfall. Irgendwann kommen wir an einer Strasse an. Da wir nicht denselben Weg wieder zurueck gehen wollen beschliessen wir an der Strasse entlang nach Tanah Rata zurueck zu laufen. Vielleicht kommt ja noch as Interessantes. Ein Schild verraet uns dann aber dass es neun Kilometer zu laufen sind. Hmm, also mal per Anhalter probieren. Tatsaechlich haelt der zweite Wagen gleich an. Wir springen auf die Ladeflaeche und der Fahrer gibt Gas. Und das tut er, egal ob da ne Kurve ist oder Gegenverkehr. Wir haben Muehe uns festzuhalten, der Typ will offenbar irgendwein Rennen gewinnen. Naja, irgendwann kommen wir dann an, und puenktlich faengt es auchan zu regnen. Den Nachmittag verbringen wir mit DVD-gucken: Rabbit-proof fence, ein echt sehenswerter Film. Abendessen gibts bei einem Lonely Planet-recommendet Inder, der diese Empfehlung auch wirklich verdient hat. Ein richtig leckeres Essen, serviert auf einem Bananenblatt…

6. Juni 2007, 6:03 pm Uhr

So, nun raffe ich mich doch noch auf, bevor ich blogtechnisch total ins Hintertreffen gerate.

Freitag: Heute ist mal wieder Ortswechsel angesagt. Und das heisst fast immer frueh aufstehen. 6 Uhr steht auf’m Tacho. Nach Duschen und Packen mach ich mich auf zu dem Hotel, von dem aus die Busse Richtung Taman Negara fahren. Die Frau vom Reiseschalter ist nicht da, aber der Typ an der Rezeption sagt dass das wohl klargeht mit dem Transfer. Die haben auch ein Fruehstuecksbuffet in dem Hotel das fuer meine momentanen Verhaeltnisse echt verdammt gut aussieht. 10 Ringgit (2 Euro)? Ich bin dabei. Also erstmal den Magen vollschlagen. Irgendwann kommt dann auch die Frau vom Reiseschalter und das mit dem Ticket ist kein Problem. Die bieten auch Unterkuenfte und Touren im Park an, aber auf meine Anfrage winkt sie gleich ab: Es sind Schulferien und ein verlaengertes Wochenende steht vor der Tuer. Alles ausgebucht. Oh nein, das koennte sehr voll werden. Egal, ein Alternativplan existiert nicht… Irgendwann gehts los, ich bin der einzige Rucksacktouri in einer Masse von malayischen Packagetouris. Der Bus faehrt nach Jerantut. Von dort aus geht es laut Lonely Planet nur mit einer Bus-Boot Kombi nach Kuala Tahan, dem Ort am Nationalpark. Neuerdings existiert wohl auch eine durchgehende Strasse, aber ich will natuerlich Boot fahren. Im Bus zum Bootsanleger lerne ich Chris kennen, einen Englaender der einen aehnlichen Plan fuer die Tage im Regenwald hat. Die Fahrt mit dem Longtailboot dauert drei Stunden. Der Wald am Ufer wird tatsaechlich immer dichter und es wird zunehmend huegeliger. Das ganze erinnert ein Bisschen an die Fahrt auf dem Mekong, allerdings ist hier die ganze Natur knallgruen. Irgendwann kommen wir dann in Kuala Tahan an, das ist eine relativ kleine Siedlung direkt am Fluss. Chris und ich versuchen als erstes ne Behausung zu finden. Das ist schwieriger als gedacht, denn die ersten drei die wir anfragen sind voll. Dann kriegen wir aber was guenstiges, und es gibt sogar Aircondition (das erste Mal seit Reisebeginn). Der Nachmittag geht dann fuer Planung druf, denn wir wollen uns moeglichst nicht in den Strom der vielen Menschen einreihen sondern zumindest eine Nacht (mehr laesst mein Zeitplan nicht mehr zu) im Wald pennen. Am Abend wollten wir eigentlich ne Nachtwanderung mitmachen, aber es wird uns sehr davon abgeraten, weil wir im Wesentlichen die Taschenlampen der anderen 500 Leute sehen wuerden. Hmm, so hatte ich mir das mit dem Dschungel nicht vorgestellt. Stattdessen buchen wir eine Safari mit dem Jeep, zu der angeblich nur vier Leute angemeldet sind. Es sind dann tatsaechlich 26, was bedeutet dass drei Jeeps mehr oder weniger hintereinander weg durch eine Palmenplantage fahren. Auf jedem Dach sitzt ein Typ mit einer fetten Lampe und versucht irgendwelche Tiere zu sichten. Die Fahrt im Pickup ist recht erfrischend, aber zu sehen gibt es niht viel. Highlights: Zwei Eulen, ein Frosch, eine Ratte, ein Grashuepfer (ab spaetestens hier wirds wohl albern) und die Augen von etwas das uns als Affe verkauft wird. Naja, besser als auf dem Zimmer zu haengen… frueh schlafen gehen ist angesagt denn der naechste Tag wird anstrengend.

Samstag: Es steht ne Menge auf dem Programm. Als erstes soll es zum Canopy Walk gehen, einer Wanderung ueber Haengebruecken, die die Baumkronen der grossen Baeume verbinden. Angeblich soll es tierisch voll werden, deswegen wollen wir moeglichst frueh da sein. Das Ding oeffnet 9:30, und um 8:30 machen wir uns nach kurzem Schokoriegelfruehstueck auf den 2 km langen Weg. Zunaechst muss man dafuer mit dem Boot ueber den Fluss fahren um ueberhaupt in den Nationalpark zu gelangen. Die Wanderung geht schon durch relativ dichten Wald, aber der Weg ist gut, und wir sind tatsaechlich relativ egal. Um neun erreichen wir den Anfang des Canopy Walks. Es ist noh nicht geoeffnet, aber wir sind wirklich die ersten. Als es dann um 9:30 losgeht hat sich hinter uns schon eine ziemliche Menge von Leuten angesammelt. Aber wir kommen tatsaechlich als erste dran, und ich bin der erste von ca. 500 Leuten an diesem Tag der die Haengebruecken betreten darf. Diese bestehen im Wesentlichen aus Leitern mit einem Brett darueber zum Laufn, die von Seilen gehaltn werden. Es geht noch reltiv locker los, der Boden ist noch zu sehen. Das Ganze beginnt ein Bischen zu wackeln als Chris hinter mir die Bruecke betritt. Nach kurzer Zeit hat man einen super Ausblick auf den Morgen im Dschungel. Nach unten geht es ganz schoen weit runter, an der tiefsten Stelle wohl 45 Meter. Sieht man aber meistens nicht, denn so ein Urwald hat ja mehrere Schichten. Zwischendurch kommen immer wieder Plattformen, wenn man am naechsten Baum angelangt ist. Macht echt viel Spass und ist natuerlich viel zu schnell vorbei. Offenbar wird der letzte Teil gerade renoviert, weswegen der Trail kuerzer ist als gedacht. Trotzdem super, und wie geil dass wir die ersten waren. Als naechstes wollen wir den nahe gelegenen Berg hoch. Der Weg ist teilweise kein Weg mehr sonder eine ziemlich steile Kletterei ueber Baumwurzeln. Dau wird es langsam richtig warm, so dass ich nach kurzer Zeit voellig durchnaesst bin. Die Asiaten die wir treffen haben dieses Problem offenbar nicht, denn alle sehen aus wie aus dem Ei gepellt. Nach nr Stunde oder so ist der Aufstieg dann geschafft und wir werden mit zwei echt spektakulaeren Aussichtspunkten belohnt. Die Personendichte wird derweil immer groesser. Auf dem Rueckweg (Rundkurs laesst sich mit unserem Resttagesprogramm leider nicht vereinbaren) treffen wir Leute, die beim Canopy Walk eineinhalb Stunden warten sollen und deswegen jetzt erst den Berg machen. Frueher Vogel….
Zum Mittag kehren wir nach Kuala Tahan zurueck. Dabei buchen wir zunaechst einen Schlafplatz in einem der Hochsitze die ueber den Park vestreut sind. Diese werden von den Packagetouris natuerlich nicht genutzt und deswegen werden wir wohl die Nacht dort allein verbringen. Dann gibts erstmal Mitagesen und dann kaufen wir Wasser und Essen fuer die Wnaderung. Nach einem kurzen “Tschuess” im Internet gehts dann los. Wir haben zunaechst eine Hoehlenbesichtigung gebucht. Offenbar sind wir da nicht die einzigen, denn es fahren ganz schoen viele Longtailboote in diese Richtung. Naja, das wird sich wohl nicht aendern die naechsten zwei Tage, deswegen haben wir keine Wahl. Vom Anlegeplatz ist es dann ungfaehr ein Kilometer zu laufen. Der Weg wird teilweise doch schon recht matschig, obwohl es die letzten Tage nicht geregnet hat. Am Hoehleneingang ist dann erstmal Stau. Irgendwann gibt uns unser Guide das Zeichen zum losgehen. Also Lampe auf den Kopf und rein in die Hoehle. Der Einstieg gestaltet sich fuer einen Mitteleuropaer wie mich schon mal recht schwierig. Man muss kniend ca 5 Meter vorwaerts kommen. Es schliesst sich dann ein System aus Hoehlen an, durch die ein Bach fliesst. Ziemlich glitschige Angelegenheit also. Ist aber total beeindruckend, insbesondere weil sich eine ganze Armee von Fledermaeusen nicht wirklich beim Schlafen stoeren laesst. Die Decken haengen teilweise voll mit den Viechern. Ab und zu fliegt dann mal eine oder auch mehrere durch die Gegend. Es flattert also ganz gut um die Ohren. Der Boden ist dementsprechend bedeckt mit: Fledermausscheisse. Und so riecht es auch. Trotzdem voellig geil. Es sind leider zu viele Leute unterwegs, man steht eigentlich permanent im Stau. Aber so bleibt wenigstens Zeit sich ausfuehrlich umzusehen. Es folgen noch so einige Kletterpartien und Felsspalten von der Sorte “geb Matze noch zehn Burger und er bleibt stecken”. Und immer wieder Fledermaeuse (siehe Fotos). Man fuehlt den Luftzug, aber sie treffen einen nie. Gut dass ich da keine Panik vor habe… Nach ner gefuelten Dreiviertelstunde sind wir wieder raus aus der Hoehle. Hier trennen sich nun die Wege. Die Packagetouris gehen zurueck zum Boot und Chris und ich machen uns auf in Richtung Hochsitz. Da kommt schon ein Bisschen Schiss auf, denn ich weiss ja gar nicht was uns erwartet. Angeblich dauert die Wanderung ne Stunde, und es beginnt langsam zu daemmern. Also nicht zu viel Zeit verlieren. Der Weg ist auch gleich ganz anders. Deutlich weniger benutzt, ab und zu ein Baum der ueberklettert werden will und auch mal ein Bach. Vor allem kriechen und fliegen viele Insekten rum, die alle mindestens doppelt so gross ausfallen wie ihr Aequivalent in Deutschland. Und auch die viel beschworenen Blutegel lassen nicht lange auf sich warten. Na gut dass ich meine professionellen Kampfsneaker anhabe. Naja, der Weg ist recht trocken, deswegen ist das mit Turnschuhen durchaus machbar. Egelfrei und noch im Hellen kommen wir dann an dem Hochsitz an. Und das ist tatsaechlih nih das was ich erwartet hbe. Der Hochsitz erweist sich als ziemlich grosses solides Bauwerk. Der Schlafraum ist riesig und bietet Doppelstockbetten ohne Matratze. Es gibt sogar einen Regenwasserauffaenger und ein veritables Badezimmer mit Dusche und Klo. So ein Luxus… nimmt ein wenig das Abenteuerfeeling aber besser als wenn es eine halb zerfallene Huette gewesen waere. Wir bauen schnell unsere Moskitonetze auf und richten den Schlafplatz ein. Ueber Koerper und Netze eine dicke Lage Insektenabwehrpray. Das Schlafen duerfte relativ unbequem werden ohne Isomatte und nur mit einem duennen Seidenschlafsack. Ich bin komplett durchgeschwitzt, deswegen gehe ich erstmal duscchen und wasche mein Hemd aus, das chon nicht mehr ganz original riecht. Danach wieder rein in die nassen Klamotten, fies. Zum Abendessen werden Pringles-Kopien, Kekse und Wasser gereicht. Es wird relativ schnell dunkel und man hoert denDschungel erwahen. Die Soundkulisse ist tatsaechlich extrem beeindruckend (ich hab es mit dem mp3-Player aufgenommen und werde es mal hochladen wenn er wieder Saft hat). Auf dem Dach kriecht irgendwas rum, wohl die im Reisefuehrer angekuendigten Ratten. Wir haengen also alles was wie Essen aussieht und insbesondere riecht ausserhalb des Hauses in eine verknotete Platiktuete in der Hoffnung dass morgens noch was davon da ist und dass die Ratten nicht uns belaestigen. Irgendwann ist es dann komplett dunkel.  Wir fangen an uns Travellergeschichten zu erzeahlen. Ab und zu schlten wir unsere Lampen an und leuchten in den Wald. Da ruehrt sich aber nicht viel. Keine neugierigen Augen die zurueckreflektieren. Irgendwann kommen dann vereinzelt Gluehwuermchen (oder irgendwas anderes was leuchtet) geflogen. Die sind ja ganz schoen hell. Schoenenes Schauspiel. Ab und zu blitzt es von Ferne, wohl ein Gewitter. Beim Bett finden wir eine Spinne, die aber relativ klein ist. Sobald ir die Lampen anschalten kommen natuerlich irgendwelche Motten oder Fliegen oder so an. Aber sonst ist niht viel zu sehen. Aus meinen Aengsten, die Nacht in einem Bretterverschlag mit lauter ueberdimensionierten Insekten und Spinnen zu verbringen wird also nichts. Eigentlich ja ganz gut. Schlafen kann ich trotzdem nicht, denn es ist so ultraunbequem auf den Brettern. Ausserdem habe ich komplett nasse Klamotten an. Und der Dschungel beruhigt sich auch nur langsam. Irgendwann versuche ich es dann mit mp3-Player und nach zwei-drei Stunden schlafe ich dann auch ein. Ich werde geweckt von Gepolter auf dem Dach. Keine Tiere, sondern ein fetter Regen. Jetzt verstehe ich auch warum das Regenwald heisst. Es schuettet nur so nieder. es kommen leichte Aengste auf. Was, wenn der Weg zurueck nicht passierbar ist weil die Baeche zu tief geworden sind? Oder der Weg sich in eine Schlammpiste verwandelt hat in der es nur so von Blutegeln wimmelt? Naja, aendern kann man eh nix, und so sinke ich dann endlich in einen eher unruhigen Schlaf.
Sonntag: Acht Uhr. Ich wache auf. Draussen ist es hell. Erstmal checken ob irgendwelche grossen Viecher innerhalb oder auf dem Moskitonetz sind. Negativ. Draussen tropft alles und erscheint zehnmal gruener als in der Daemmerung gestern abend (siehe Fotos). Sieht echt wunderschoen aus. Von meinem Gepolter wacht auch Chris auf. Er hat auch beschissen geschlafen. Erstmal ein Bisschen Wasser ins Gesicht. Das Fruehstueck ist tatsaechlih noh da, aber Bock habe ich nicht auf den Rest Pringles von gestern und ne Tuete Erdnuesse. Exrem usgewogen unsere Trekkingnahrung. Wir bauen die Netze ab und packen dann in Ruhe zusammen. Dann wird aufgeruestet gegen Blutegel. Ich ziehe ueber die Socken die vorsorglih mitgebrachten Plastiktueten an. Darueber kommt dann als “Stutzen” ein Paar Socken mit abgschnittenen Zehen, darunter wieder Plastiktuete. Darueber kommen drei verschiedene Sorten Insektenspray. Aromaversiegelung ist nix gegen diesen Aufbau. Die Tuete Salz und das Feuerzeug kommen ganz nach oben in den Rucksack. Auf den ersten metern merken wir aber schon, dass es nicht das totale Chaos werden wird. Es ist schon recht matchig, aber durchaus noch begehbar. Es sind deutlih mehr Blutegel unterwegs, die aufrecht stehend nach einem Wirt suchen. Aber der Dschungel im Morgenlicht ist echt geil. Der Weg zurueck sind ca. 3 Kilometer. Man hat uns gesagt dass mir fuer einen Kilometer ne halbe Stunde rechnen sollen. Erscheint erstmal recht wenig, aber mit den ganzen Steigungen, Rutschpartien und zu uebersteigenden Wurzeln kommt das ganz gut hin. Nach zehn Minuten bin ich wieder voellig durchnaesst, denn das Klima ist halt wie im Tropenhaus im Zoo. Irgwndwann kommen wir dann am Fluss an und setzten mit einem Boot ueber. Wir sehen aus wie die letzten Schweine. Erstmal zurueck zum Bungalowtypen. Der hat netterweise unser Gepaeck aufbewahrt und uns ein Zimmer fuer die Nacht reserviert. Die Dusche ist echt himmlisch. Danach wasche ich Schuhe und Kleidung grob ab. Meine Fuesse haben es trotz Marinierung im eigenen Saft ganz gut ueberlebt. Chris findet tatsaechlich die Reste einens Blutegls und zwei blutige Stellen an seinem Bein. Wohl plattgequetscht. Dann gibts erstmal ein schoenes Mittagessen un zwei Stunden Schlaf. Fuer den Nachmittag habe ich noh ne Fahrt ueber die Stromschnellen des Flusses gebucht. Das wird such ganz lustig und ich werde mal wieder komplett nass. Dann gibts noch en Schwimmstop an einem Bach und der Guide uns mit Hilfe von sehr weichen und sehr farbigen Steinen aus dem Fluss den Arm. Naja gut. Als ich zurueck komme bin ich total platt, schleppe mich mit Chris zum Essen und dann ins Internetcafe. Da sitze ich nun und falle fast vom Stuhl. Morgen frueh geht es schon wieder weiter in Richtung Cameron Highlands. Und das heisst natuerlich: frueh aufstehen. Das Dschungelabenteuer war auf jeden Fall supergeil. Schaetze man muss doch noch weiter in den Dschungel rein um dann die richtig abgefahrenen Sachen zu sehen. Dazu habe ich jetzt keine Zeit mehr. Es sind nur noch zwei Wochen ueber von meiner Reise und so langsam muss ich immer mehr im voraus planen. Ausserdem wechselt meine Stimmung andauernd, ob ich nicht irgendwie noch verlaengern sollte. Die letztenTage war ich der Meinung, dass ich einfach “satt” bin und die tollen Sachen die ich hier erlebe nur noch so konsumiere. Das Gefuehl ist jetzt irgendwie weg. Aber ich denke, dass ich wohl nach Hause kommen werde. Die Entscheidung muss auf jeden Fall bald fallen, denn dann muss ein Flug nach Bangkok und ne Hurricane-Karte her… bis denne….

3. Juni 2007, 4:27 pm Uhr

Jahu, ich bin wieder heile aus dem Dschungel raus. War super! Bin voellig muede und weiss mal wieder nicht ob ich es schaffe noch was zu schreiben. Fotos sind auf jeden Falls schon mal da. Bis spaeter…

3. Juni 2007, 11:30 am Uhr

So, ich bin tatsaechlich im Dschungel angekommen. Und es gibt Internet. Vor allem aber gibt es viele malayische Package Touristen, die Schulferien haben gerade begonnen. Aergerlich. Es duerfte also etwas voller werden auf den Trails. heute wollte ich mich fuer ne nachtwanderung anmelden, aber die haben mir dringend davon abgeraten weil das einzige was man sieht die taschenlampen von den anderen 500 Leuten sind. Deswegen hab ich mich mit einem Typen namens Chris verbuendet und wir werden morgen Nachmittag zu so nem Ausguck  in den Dschungel wandern und versuchen dort  zu schlafen. Ich werd mir bestimmt in die Hose machen, aber wozu bin ich denn sonst da… definitiv nicht um in ner 200er Gruppe rumzulaufen. Dann also bis uebermorgen… jetzt gehts erstmal auf Jungle Night Safari mit dem Jeep. Dort sind nur 4 Leute angemeldet. Mal schauen wie politisch korrekt das ist.

1. Juni 2007, 1:37 pm Uhr

deswegen nur ein kurzes Lebenszeichen. Ich bin heute den ganzen Tag in Kuala Lumpur rumgerannt, abgefahrene Stadt. Bericht ist halb fertig (wie die anderen)…. Morgen gehts dann ab in den Urwald, der Taman-Negara-Jungle ist das naechste Ziel. Erstmal muss ich da aber hinkommen, hoffe das klappt morgen mit dem Transfer. Ich vermute mal, dass es im Dschungel eventuell kein Internet geben koennte, also keine Sorgen machen falls ich mich jetzt ein paar Tage nicht melde. Dafuer gibts dann bestimmt ein paar lustige Viecherstories zu erzaehlen :-)

31. Mai 2007, 6:30 pm Uhr

Der Lonely Planet schreibt ueber die Leute in Kuala Lumpur: “The diversity of Malaysian fashion makes Western wardrobes look like gouvernment-issued uniforms. Walking the streets, you might pass a Muslim woman framed by a tropically coloured headscarf and a flowing full-length skirt and blouse. Turn a corner and pass a Chinese woman wearing a catwalk miniskirt and a tank top. Following close behind is an older Indian woman wrapped tight in a sari. She and her daughter, in jeans and flip-flops, both wear bindis (the Hindu forehead dot); the mother’s is red to denote being married, and the daughter’s matches her outfit. In just one block, the street fashions have spanned continents and time periods and no one has given another a disapproving look.”  Tja, dem ist nicht mehr viel hinzuzufuegen. Gut bunte Mischung hier. Ja, ich bin tatsaechlich in Malaysia angekommen. Natuerlich gab es keine Anschlaege mehr in Hat Yai, war ja auch klar…

Die Fahrt zum Flughafen ist relativ spannend, weil der Fahrer wirklich die Ruhe weg hat. Hier ne Pause, da nen Kloenschnack. Hallo, ich muss zum Flughafen! Zum Glueck hab ich genug Polster eingeplant. Irgendwann kommen wir dann auch am Phuket Airport an. Einchecken ist auch kein Ding, dabei sehe ich dass mein Gepaeck noch immer bei schmalen 13 Kilo liegt. Da ist also fuer die Shoppingaktion in Bangkok am Schluss noch ordentlich Luft. Wie immer wenn ich einen Flughafen betrete steht bald “delayed” an der Anzeigetafel. Aber nur eine Stunde, da geht ja noch. Der Flug ist unspektakulaer, aber erstaunlicherweise eine Stunde frueher vorbei als ich gedacht hatte. Ah, da gibts noch nen Trick: Neue Zeitzone. Am Flughafen erstmal die sechste Waehrung in diesem Urlaub beschaffen: Der Ringgit (nach Euro, Dollar, Baht, Kip und Riel). Die Fahrt in die Innenstadt klappt ohne Probleme, das Nahverkehrssystem funktioniert hier offenbar. Auf dem Weg zum Hotel werde ich nicht einmal angequatscht, obwohl ich alle Magnete angeschaltet habe (Rucksack hinten, Rucksack vorne, Lonely Planet vor der Nase). Die billigsten Absteigen gibts in Chinatown, also mal gleich rein. Das Guesthouse ist in einem riesigen Betonblock und hat einen gewissen Ostcharme, keine Ahnung woher das kommt. Das Zimmer ziemlich uebel, keine Fenster, aber was solls. Also mal gleich raus auf die Strasse und Essen fassen. Gleich um die Ecke bei mir ist der Markt von Chinatown, und hier gibt es auch endlich wieder “watches, sunglasses, perfumes and t-shirts, special price just for you.” Na so lob ich mir doch die suedostasiatische Hauptstadt. Dann falle ich nach einer Internetsession ins Bett.
Am naechsten Tag stehe ich mal etwas spaeter auf und kriege fast kein Fruehstueck mehr weil alle schon das Huhn zum Mittag in der Pfanne haben.
Sightseeing ist angesagt. Als erstes geht es zu einem hinduistischen Tempel mitten in Chinatown. Krasse Mischung, was? Yja, ich habe ueberhaupt keine Ahnung von Hinduismus aber hier sieht es auch wie ich es erwartet habe. Frauenstatuen mit zuviel Armen, Halbwesen mit Elefantenkoepfen und so weiter…
Als naechstes versuche ich es in zwei Moscheen. Laut Lonely Planet haben sie den ganzen Tag fuer Besucher geoeffnet, das erweist sich aber leider als falsch. Es ist gerade Mittagsgebet und da geht nix mit Besichtigen. Aber es wird auch laut genug nach draussen uebertragen. Ich verstehe ja nicht, was der Herr am Mikrofon da gerade sagt, aber, aehemm, der Tonfall hoert sich nicht gerade einladend an, um es mal vorsichtig auszudruecken. Nun gut, dann mache ich mich doch auf zum Medaka Square, wo die Unabhaengigkeit Malaysias ausgerufen wurde. Eine grosse Rasenflaeche. Rundherum haben die ehemaligen Kolonialmaechte (wer war nicht alles da…) Gebaeude aufgestellt, das ist ein lustiger Stilmix. Am Ende des Medaka Square gehe ich dann in Nationalmuseum und informiere mich naeher ueber die Geschichte des Landes. Dann versuche ich es noch einmal bei der nahegelegenen Moschee. Ich darf nun eintreten. es gibt mehere offene Gebaeude die im Wesentlichen einen gefliesten Boden haben. Hier sitzten die Glaeubigen dann in Gruppen und unterhalten sic, einge schlafen auch. Ich gehe auf den Gebetsraum zu und frage mich ob ich da rein darf. Das wird aber gleich beantwortet als ein junger Herr mich fragt ob ich Moslem bin und mir nach der Antwort sagt dass ich da nicht rein soll. Nun gut. Ich vermute mal, dass man als Moslem auch nicht problemlos in Bayern in ne Kirche spazieren kann. Per Nahverkehrssystem fahre ich zur Masjid Negara, einer der groessten Moscheen in ganz Suedostasien. Auch hier darf ich nun rein. Das Gebaeude ist ziemlich riesig, es gibt viele Saeulen, aber alles sehr modern. Eine sehr freundliche junge Dame in der Naehe des Gebetsraumes (auch hier Betreten verboten), die wohl freiwillig Touris die grundlegenden Dinge der Moschee und des Islam erklaert, nimmt sich dafuer wirklich viel Zeit und ich lerne, dass dieses Gebaeude postmodern ist und bekomme nochmal die fuenf Saeulen des Islam erklaert. Oh je, schon lange her dass ich das in der Schule hatte.
Dann geht es mit einer Monorail ins Golden Triangle. Hier stehen die fetten Wolkenkratzer, unter anderem die Petronas Towers, und es gibt einen Haufen Shoppingmalls. Als erstes mache ich mich auf in Richtung Fernsehturm, von dem die Sicht deutlich besser sein soll als von den Petronas Towers (ausserdem haette ich dafuer morgens um acht fuer ne Karte anstehen muessen). Oebn angekommen bekomme ich einen Multimediaplayer umgehaengt und waehrend ich eine Runde drehe bekomme ich erklaert was ich sehe. Ich haette nur nicht sagen sollen dass ich gerne deutschen Ton haette. Hier war kein Muttersprachler am Werk, ich muss mir grosse Muehe geben alles zu verstehen. Aber immerhin, die Tour ist nicht schlecht und der Ausblick auch sehr gut.Wieder unten angekommen mache ich mich auf zu den Petronas Towers und gehe in die Shoppingmall zu deren Fuessen. Tja, was soll ich sagen, tierisch langweilig, so ne westliche Shoppingmall, insbesondere wenn man gar nichts kaufen will…
Es ist dunkel geworden und ich mache mich auf nach Little India zum Abendessen. Nach anfaenglichen Verstaendigungsproblemen bekomme ich dan irgendwas Scharfes mit Huehnchen. Super. Auf dem Weg zurueck gibts natuerlich auch wieder jede Menge Staende mit Ramsch. Mitten in Little India zwischen lauter Indern in ihren bunten Gewaendern ertoent auf einmal der Ruf des Muezzin aus einer nahegelegenen Moschee (Sound hier). Echt ne lustige Mischung…
Ziemlich fertig, es ist inzwischen zehn Uhr abends, mache ich mich auf in Richtung Chinatown… Kuala Lumpur ist echt ne lustige Stadt. Nur fuer Fussgaenger nicht besonders gut geeignet, ich weiss nicht wie oft ich umkehren musste weil es auf einmal nicht weiter ging. Ausserdem ist es echt ne relativ andere Welt hier im Vergleich zu den Hauptstaedten die ich bisher gesehen habe. Das mag an diesem ineteressanten Mix der Kulturen liegen.

31. Mai 2007, 4:36 pm Uhr

Tach! Da liegen ne Menge halbfertige Berichte ueber die letzten Tage und Wochen rum, die fertig geschrieben werden wollen. Trotzdem schreib ich erstmal was heute so passiert ist. Ja, man muss auch manchmal ungewollt spontan sein. Heute morgen wollte ich entspannt aufstehen um dann Richtung Malaysia loszubrettern. Die Regenzeit ist nun doch gekommen und es wird Zeit zu gehen. Das Verkehrsdrehkreuz im Sueden ist eine Stadt namens Hat Yai. Da sollte es als erstes hingehen. Aber erstmal fruehstuecken zu Mark and May. Da soll es laut Reisefuehrer echtes deutsches Roggenbrot geben und das ist auch so. Hmm, lecker. Nicht ganz so gut wie zuhause aber immerhin. So nebenbei faellt mein Blick auf die Bangkok Post (groesste englischsprachige Zeitung) von gestern. Schagzeile auf Seite 1: “13 hurt as bombs rock Hat Yai”. Hintergrundbericht hier. Nun ist es also doch passiert. Es war klar, dass der Sueden von Thailand ein Krisengebiet ist, das weiss auch das Auswaertige Amt. Die Bevoelkerung sind hauptsaechlich Moslems und uebers ganze Land gesehen deutlich in der Minderheit. Und scheinbar sind einige nicht immer zufrieden mit der Regierung. Ich hatte mir trotzdem gedacht, dass ich einfach Augen zu und durch mache, denn mein eigentliches naechstes Reiseziel Perhentian Islands liegt an der Ostkueste direkt an der Grenze zu Thailand. Und es war ja laenger nichts passiert und Anschlagsziel sind in keinem Fall Touristen. Hat Yai liegt noch nicht mal in den drei hauptsaechlich betroffenen Provinzen. Aber bei der Bombenstimmung da unten… Ja, und so habe ich denn den ganzen Tag damit verbracht rauszufinden wie ich denn jetzt innerhalb von zwei Tagen (mein Visum fuer Thailand lauft uebermorgen aus) nach Malaysia komme. Auf dem Landweg muss man in jedem Fall an Hat Yai vorbei, sehr wahrscheinlich dort umsteigen. Mir ist ja durchaus klar, dass das Risiko etwas abzubekommen sehr klein ist, aber ganz wohl fuehl ich mich denn doch nicht bei dem Gedanken, insbesondere weil heute schon wieder ne Bombe in Hat Yai losgegangen ist und der schwer Verletzte aus den vorgestrigen Anschlaegen gestorben ist. Ausserdem ist gestern in einer Provinzstadt ne Bombe mit Todesfolge losgegangen. Keine Touristen involviert, deswegen kommt das wahrscheinlich nicht in Deutschland an. Die meisten Reisebueros meinten denn auch, dass es vielleicht nicht so die Superidee waere ueber Hat Yai zu fahren. Natuerlich verdienen sie auch mehr, wenn sie einem einen Flug verkaufen koennen. Wie auch immer, Ende der Geschichte ist: Ich fliege morgen von Phuket nach Kuala Lumpur. Kostet zwar das zehnfache der Busfahrt (aber trotzdem nur 90 Euro) und Kuala Lumpur ist mal voellig die falsche Ecke von Malaysia, aber es geht wohl nicht anders. Da ist wohl umdisponieren angesagt. Eigentlich wollte ich Malaysia von Norden nach Sueden befahren und dann von Singapur nach Bangkok und dann nach Deutschland. Mal schauen ob das jetzt noch ein guter Plan ist. Wie auch immer, mir gehts weiterhin gut, und morgen schreibe ich dann schon im Schatten der Petronas Towers. Tschuess Thailand, bloeder Abschied irgendwie… aber ich komm ja nochmal kurz wieder.

29. Mai 2007, 6:01 pm Uhr

 26.5.: Frueh aufstehen ist mal wieder angesagt. Und auch Sachen packen, denn ich will mich nach der heutigen Kajaktour in Ao Nang absetzen lassen um dann mit dem Longtailboot an den malerischen Railey Beach zu fahren. Also auschecken und ab zum Kajaktypen, zwischendrin noch nen schnellen Toast einwerfen. Das Wetter ist super, nur ein paar kleine Woelkchen am Himmel. Da habe ich ja mal wirklich Glueck. Wir fahren mit dem Sawngthaew (Pickup mit Sitzbaenken) Richtung Ao Nang, ein echter Touriort mit Promenade mit dahinter gelegener Strasse. Igitt… Dort holen wir Suzie ab, ein ca. 50-jaehrigen Mexikanerin (allerdings mit mitteleuropaeischen Urspruengen), die sich als supernett erweist. An der Kajakstation angekommen gibts erstmal nen Kaffee, waehrend die Kajaks vorbereitet werden. Ich kriege ein Einzel, Suzie moechte im Zweier mit unserem Guide (schon wieder Name vergessen, die kann man sich nicht so leicht merken) fahren. Am Strand steht eine blaue Saeule: Tsunami Hazard Area. Na hoffentlich nicht heute :-) . Tatsaechlich sind an allen Straenden Schilder, die einem zeigen wie man am schnellsten an einen ausreichend hoch gelegenen Ort kommt. So, die Kajaks sind fertig, dann mal los. Ich bin ja noch nie Kajak gefahren. Ich erinnere mich nur an meine letzte Paddeltour an der Werse in Muenster. Die endete damit dass ich mit meiner Mitfahrerin gekentert bin. Naja, waer hier nicht so schlimm, die Kamera ist in der Drybag und die Kajaks sind oben offen, so dass man keine Eskimorolle beherrschen muss. Aber das ist ja alles ganz einfach, die Sache laeuft. Als erstes paddeln wir zu einer nahe gelegenen Felsformation rueber. Sieht total wahnsinnig aus. In einer Felsspalte halten wir an. Dort wohnen einige Affen. Die glauben wir bringen Essen mit, aber nix da. Wie sie dort an den Felsen rumspringen kommen bei mir Kindheitserinnerungen an den Affenfelsen im Koelner Zoo hoch. Gibts eigentlich diese Eiskonfektwuerfel noch? Die hab ich da immer gegessen. Aeehhh, egal. Dann gehts wieder in die Kajaks und wir fahren in einen Canyon rein, der immer enger wird. Wir sind wirklich allein dort, Nebensaison sei Dank. An den Ufern wachsen Mangroven, so ne Art Salzwasserbaum. Bei der prallen Sonne die in den Canyon scheint eine abgefahrene Szenerie. Das Paddeln ist lustig, so schoen ruhig und trotz der damit verbundenen Anstrengung entspannend. Irgenwann wird dann aber selbst fuers Kajak das Wasser zu flach und wir muessen umkehren. Auf dem Weg zurueck sehen wir am Ufer eine fette Echse, aber ich bin leider zu langsam am Fotoapparat. Wir fahren zurueck zur Basis. Dort gibts dann Mittagessen, ganz gut aber nix besonderes. Ein Typ versucht uns ein Foto zu verkaufen das er gemacht hat als wir losgefahren sind. Leider hat er es auf einem total miesen Drucker auf Normalpapier ausgedruckt, sonst haette ich’s glatt gekjauft. So muessen es denn die Fotos tun die Suzie und ich gegenseitig von uns schiessen.
Nach dem Mittagessen fahren wir mit dem Longtailboot und den Kajaks hinten drauf zu Hong Island, einer kleinen vorgelagerten Insel. Wir haben noch ein neues Team dabei, einen fetten Deutschen (ich darf sowas sagen) und seine Thai-”Freundin”. Er kann drei Worte Thai, sie kein Deutsch und beide gebrochenes Englisch. Schoene “Urlaubsbekanntschaft”. Naja, Stimmung nicht verderben lassen. Als erstes gibts einen Schnorchelstopp. Jo, ganz schoen viele Fische, die Korallen leider schon etwas mitgenommen (vielleicht auch Folge des Tsunami?). Aber schoen. Naechsten Urlaub brauche ich unbedingt son Unterwassergehaeuse. Sind nur leider schweineteuer die Dinger. Als naechstes Fahren wir in die Lagune von Hong Island. Diese ist so zirka knietief, kristallklares Wasser und voller Seesterne. Schon mal nen lebenden Seestern in der Hand gehabt? Sieht lustig aus, hat auf der Unterseite so kleine Tentakel. Aber er findet den Aufenthalt ueber Wasser nicht so doll, deswegen darf er wieder zurueck nach Hause. Von der Lagune startet der zweite Teil der Kajaktour. Wir fahren raus aufs Meer. Hier ist doch schon ein Bisschen Wellengang angesagt, und ich merke dass so ein Kajak jetzt nicht die Ausgeburt an Stabilitaet ist. Aber Kapitaen Matze hat alles im Griff. Wir umrunden nun die Insel zur Haelfte. Auf dem Weg sind eine nette Hoehlen durch die man durchpaddeln kann.  Das deutsch-thailaendische Team rammt voll gegen den Felsen… dann kommen wir am Strand von Hong Island an. So muss das Paradies wohl aussehen (wenn man sich die drei Boote, die paar Touris und den Tsuanmiwarnmast mal wegdenkt). Weisser feiner Sand, klares Wasser und dahinter malerische Wald- und Felskulisse.  Dazu werden Fruechte gereicht, schoen isses. Erstmal ein halbes Stuendchen chillen. Dann gehts wieder zurueck ins Longtailboot und ab nach Hause. Ich lasse mich in Ao Nang absetzen und fahre mit dem Longtailboot nach Railay Beach rueber. Dort soll es tolle Straende, Hoehlen und Sonnenuntergaenge geben. Auf dem Boot quatsche ich mit einem Hollaenderpaerchen, die mir erzaehlen, dass es sort ausschliesslich Resorts mit Pool und so ab 600 Baht gaebe. Das ist nicht so das was ich mir vorgestellt hatte… Allerdings gaebe es einen Laden der Zimmer fuer 380 Baht hat. Da latsche ich dann erstmal hin. Das Zimmer ist total schebig, aber was solls, ich will ja eh nur ne Nacht bleiben und vor allem will ich nicht durchs Zimmersuchen den Sonnenuntergang verpassen. Railay ist eine Landzunge mit drei Straenden. Der Sunset beach Railey West, der ziemlich matschige Railay East (hier sind die noch bezahlbaren Behausungen) und an der Suedspitze ueber einen Pfad zu erreichen Phra Nang Beach. Also heute Abend nach Railay West.
Der Sonnenuntergang in dieser Szenerie ist tatsaechlich der absolute Knaller. Er ist sogar so gut, dass er, wenn allein genossen, zu ernsthaften Depressionen fuehrt. Mal abgesehen von den Fragen was passiert wenn ich wieder nach Deutschland zurueck komme, die ich mir hier regelmaessig stelle: Was laeuft da bei mir nur schief mit Frauen? Die Kunst Frauen ungluecklich zu machen habe ich nun zu einer gewissen Perfektion verfeinert. Macht mich nur auch nicht gluecklicher. Warum kann ich nicht einfach mal zur Abwechslung jemanden und mich selber gluecklich machen? Und warum nehmen die Frauen, die ich mit ganzem Herzen versuche gluecklich zu machen, dann immer so schnell wieder Reissaus? Und wie kriegt der Rest der Welt das auf die Reihe? Schaetze es haengt damit zusammen, dass ich mich selber anders sehe als andere es tun. Oder so. Keine Ahnung. Irgendwas scheine ich da falsch zu machen. Vielleicht sollte ich auch einfach weniger nachdenken…aber nun genug davon.
Nach dem Sonnenuntergang gehe ich was Essen, Standard Touri-Thai, und entscheide mich fuer fruehes Zubettgehen. Als ich die Tuer zu meinem Zimmer aufmache und das Licht anmache habe ich das Gefuehl dass sich das Moskitonetz gerade bewegt hat. Also mal sachte mit dem Fuss vor den Bettpfosten. Ja, da bewegt sich was, und der Heftigkeit der Moskitonetzbewegung nach zu urteilen ist es keine Ameise. Oh neee, denke ich so und will eigentlich gar nicht so genau hingucken, aber ein einziger Blick verraet: Ratte. Tja, man soll eben keine Kekse im Rucksack haben. Ich mache in Gedanken einen Haken hinter “Ratte im Bett” auf der inoffziellen “Was man durchgemacht haben muss um als echter Backpacker zu gelten”-Liste. Die Ratte war zwar hungig genug um ins Moskitonetz reinzukommen, ist aber leider doof genug um nicht wieder rauszukommen. Tja, also schnell ab zur Rezeption. Dort loest meine Nachricht nicht gerade Stuerme des Erstaunens oder gar der Aktivitaet aus. Nach ein paar Minuten kommt ein Typ mit einer Falle, ich soll ihm doch mal das gute Stueck zeigen. Als wir ins Zimmer kommen ist die Ratte natuerlich weg. Der Typ stellt die Falle in die Zimmerecke, sagt “Is okay” und verschwindet wieder. Aeehhh, ja. Naja, gut erstmal aufs Klo… ahhh da hatte schon jemand vor mir die Idee. Die Ratte kommt aus dem Klo gestuermt. Ich sehe nun, dass sie nicht besonders gross ist, aber das tut wohl nichts zur Sache. Die Falle findet sie nicht besonders interessant. Man koennte sogar sagen, dass sie sie voellig ignoriert. Kein Wunder, hat ja auch gerade meine ganze Rolle Kekse aufgefressen. Ich polter ein Bisschen auf den Boden und die Ratte verschwindet durch einen Spalt in der Wand. Als ich dann sehe, dass sie vor Freude auch noch ins Bett geschissen hat, werde ich langsam doch etwas sauer und beschliesse die Nacht unter keinen Umstaenden in diesem Zimmer zu verbringen. An der Rezeption finde ich nur noch den Manager des ganzen Ladens. Und da man in Thailand nicht ernst genommen wird wenn man laut wird (man verliert sein Gesicht) erklaere ich im ganz gefasst was Sache ist und dass das ja wohl so nicht in Ordnung waere. Das sieht er auch irgendwie ein und bietet mir ein anderes, garantiert rattenfreies Zimmer an. Das andere Zimmer sieht tatsaechlich besser aus. Es liegen zwar auch unidentifizierbare Reste von irgendwas auf dem Bett, aber so langsam will ich ins Bett und ergebe mich. Tatsaechlich ist die Nacht voellig ruhig… ein langer ereignisreicher Tag geht zu Ende.

26. Mai 2007, 6:45 pm Uhr

Was haben wir denn heute fuer nen Tag? Schnell Windows-Kalender nachgucken: Scheisse, Thai. Aeeeh, egal:
25.5.: Frueh aufstehen? Och nooooeeee. Der Plan fuer heute steht, da kann man ruhig mal bis halb zehn (!) weiterschlafen.  Nach gemutelichem Fruehstueck und ner kleinen Internetsession gehts dann mit dem Motorradtaxi Richtung Tiger Cave Temple. Allein die Fahrt zum Tempel ist schon spektakulaer, sehe ich doch nun zum ersten Mal im Hellen diese krasse Szenerie aus Karstfelsen. Der Tempel befindet sich noerdlich von Krabi und ist halb in einen Fels gebaut. Je nachdem welchen Reisefuehrer man fragt, waren die Hoehlen im Felsen tatsaechlich mal die Behausung von Tigern oder aber einer der Felsen sieht aus wie eine Tigerpranke. Also ganz klar keins von beidem. Egal, der Tempel ist eh nicht so wirklich spannend (abgesehen von dem wohl sehr extrovertierten Chefmoench, der aber leider nicht anwesend ist). Interessant wird es naemlich erst, wenn man am Tempel vorbeigeht und eine Treppe erreicht. Ueber diese Treppe kann man den Karstfelsen besteigen, in den der Tempel gebaut ist. 1237 Stufen warten auf den interessierten Wahnsinnigen, an deren Ende dann ein super Ausblick, ein Riesenbuddha und eine goldene Stupa versprochen wird. Die Sonne brennt, also schnell noch ne Flasche Wasser kaufen und los. Die ersten Stufen sind noch ganz human, aber schon nach kurzer Zeit wird das Verhaeltnis Stufenhoehe zu Stufenbreite doch etwas unangenehm. Sprich es passt nur noch ein halber Westeuropaeerfuss drauf, aber man muss 40 cm hochsteigen. Mir kommen wissend laechelnde Thais und voellig verschwitzte Farang entgegen, ebenfalls wissend laechelnd. An den Gelaenderpfaehlen ist immer die aktuelle Stufennummer abzulesen. Die ersten 400 gehen noch ganz gut. Die naechsten 400 sind dann von zunehmender Atemlosigkeit und groesser werdenden Pausen gepraegt, das T-Shirt wechselt so langsam in den Nass-Zustand. Ich habe gerade mal nachgeguckt, der Koelner Dom hat 509 Stufen bis zur Spitze. Jau, da kuendigt sich schon ein schoener Muskelkater an, aber dieser Felsen ist besser als jeder Stepper aus dem Nachtprogramm und sogar umsonst. Irgendwann erreiche ich dann tatsaechlich die Spitze, bin aber ziemlich erledigt (siehe Fotos. Fuer die die’s vergessen haben: Der Link zu den Fotos befindet sich ganz oben auf der Seite). Aber der Blick macht wirklich alles wieder gut und war jeden Schweisstropfen wert. Rundum Karstfelsen und in der Ferne das Meer. Buddha und Stupa sind auch super, aber das habe ich ja nun schon wirklich haeufiger gesehen. Jetzt erstmal die Pulle Wasser leersaufen und den Puls beruhigen. Nachdem ich eine halbe Stunde den Blick genossen habe gehts dann wieder den Berg runter. Als ich unten bin, fuehlen sich meine Waden doch leicht schwammig an. Aber es gibt noch eine zweite Treppe. Die hat allerdings nur 100 Stufen oder so und fuehrt in ein voin Felsen umgebenes Waldgebiet. Hier haben die Moenche und Nonnen ihre Behausung. Das habe ich allerdings erst nachher rausgefunden, ich hatte die sehr sehr einfachen Huetten fuer so was wie Abstellschuppen gehalten. Es gibt einige schoene Hoehlen und der anschliessende Gang durch den Wald bringt schon einen gewissen Urwaldflair mit sich. Auf dem weg zurueck lasse ich mich in der “Innenstadt” von Krabi absetzen. Erstes Zie: Apotheke und die Halbtagesration Antibiotika wiederbeschaffen, die durch die Kotzerei in der Badezimmerfuge gelandet sind. Auch lustig. Man stelle sich mal vor, jemand kommt in eine deutsche Apotheke und sagt: ich haette geren eine Tagesration von den blau-weissen Antibiotikatabletten. Funktioniert hier aber ohne Probleme. Beim Gang durch die Stadt fallen mir die Preisschilder an den Motorrollern auf: 3900 Baht fuer einen neuen Roller. Das sind mal locker 80 Euro. Ich weiss ja nicht genau was man in Deutschland fuer so ne Schleuder bezahlt, aber es wird ja wohl sicherlich im vierstelligen Bereich liegen. Wie kann denn das sein? Haben Endverbraucherpreise eigentlich irgendwas mit Produktionskosten zu tun? Naja, egal, erstmal was am Strassenstand essen. Wieder geil! Danach gehe ich zu Sea Kayaking Krabi, dem vom Lonely Planet empfohlenen Kajaktourenanbieter. Der Typ ist tasaechlich sehr nett und zeigt mir die moeglichen Touren. Allerdings werden die erst ab zwei Teilnehmern angeboten. Jaja, die boese Nebensaison. Aber Hilfe ist natuerlich in Sicht, denn er hat da noch ne Interessentin. Die Tour waere dann allerdings schon festgelegt, er wuerde mir aber nen guten Preis machen wenn ich mitkaeme. Die Tour ist nicht die die ich selber gewaehlt haette, aber gut. Bevor ich hier gar nicht ins Kajak komme. Ich hole meinen Rucksack aus dem Guesthouse von letzter Nacht und ziehe in ein guenstigeres um, das aber sehr schoene Zimmer hat. Erstmal Matratze austesten und bis neun schlafen. War wohl doch etwas anstrengen mit der Treppensteigerei. Zur Belohnung goenne ich mir ein Abendessen bei einem echten Italiener. Salat und Pizza sind super. Da kommt doch ein Bisschen Heimweh auf…

25. Mai 2007, 4:46 pm Uhr