Wir fahren mit dem Boot bis zur Haelfte Richtung Kueste, dann halten wir an einer Boje. Sonst keiner da, schon mal gut. An dieser Stelle ist vor fuenf Jahren ein Schiff unter etwas seltsamen Umstaenden gesunken. Eigentlich ein Zuckertransporter wurde jedoch weder Zucker (was Wunder)  noch die zugehoerigen Saecke gefunden. Es war auch kein Sprit mehr im Tank und die Mannschaft war auch nicht vorhanden. Doch nicht so mysterioes, wohl eher Versicherungsbetrug. Nun ja mir solls egal sein, mein erstes Wrack liegt da unten in 19 Meter Tiefe. Also Equipment anwerfen und raus aus dem Boot. Wir steigen an der Bojenleine ab, die am Ende des Wracks befestigt ist. Schon der erste Blick nach unten ist gigantisch. Die Sicht ist super und da liegt es: Ein richtig fettes Schiff das auf der Seite liegt. Da geht der Puls schon mal ein Bisschen hoch. Wow! Der obere Teil des Schiffs ist auf 6-7 Meter Tiefe. Hier ist fischmaessig schon mal der Baer los, aber wir steigen an der Oberseite des Wracks zunaechst ab bis ganz unten. Der Kahn ist aufgrund des jungen Alters noch extrem gut erhalten. Am Boden wird die Sicht deutlich schlechter, und wir machen uns auf in Richtung Schiffschraube. Ab und zu muss man mal unter einer der Aufbauten durchtauchen, aber bloss nix beruehren. Es koennten ueberall giftige Stein- und Skorpionfische rumliegen, die, wie uns der Guide ziegt, extremst gut getarnt sind. Dann erscheint ueber uns die Schiffschraube, ein ganz schoener Oschi. Von hier tauchen wir am Grund an der Unterseite des Wracks entlang. Bei der Haelfte angekommen schwimmen wir vom Wrack weg, weil es in einiger Entfernung einen Punkt mit Haien geben soll. Aber die Sicht wird schlagartig schlecht und wir schwimmen zurueck und tauchen am Boden des Wracks wieder nach oben. Dieser ist voellig bewachsen mit allem moeglichen Zeug. Wieder oben angekommen steigen wir an der Oberseite des Schiffs wieder ab bis in die Naehe des Grundes. Diesmal machen wir uns auf zur Vorderseite. Die Szenerie wuerde sich in Horror- oder Abenteuerfilmen echt gut machen. Dann kommen wir an den riesigen offenen Ladeluken an. Dort drinne ist es ganz schoen dunkel aber wir schwimmen trotzdem rein. Das Auge gewoehnt sich schnell an die neuen Lichtverhaeltnisse und man sieht tatsaechlich sehr gut weil hier keine Wasserbewegung ist und deswegen viel weniger Schwebeteilchen im Wasser sind. Abgefahrenes Gefuehl jetzt quasi in dem Schiff drin zu sein. Tataseaechlich gibt es oben einen Wasserspiegel, es ist also eine Luftblase oben im Laderaum. Tja, und was macht man da? Auftauchen natuerlich. Wir also hoch und stecken den Kopf aus dem Wasser. Ein ziemlich rostiger Hohlraum, Wasser plaetschert. Wir tauchen wieder ab und aus dem Frachtraum raus. Nun geht es wieder hoch auf die oben liegende Seite des Wracks. Hier finden sich superviele Fische, die das Wrack als kuenstliches Riff nutzen. Die Sonne knallt von oben und es sieht einfach wahnsinnig aus. Zwei dicke Pufferfische scheinen uns relativ interessant zu finden und kommen ganz nah ran. Abgefahrene Tierchen. Dann taucht oberhalb des Wracks ein Schwarm Tintenfische auf, sieht auch abgefahren aus. Wir schwimmen noch ein Bisschen auf 5 Meter rum um den Safety Stop zu komplettieren und steigen dann auf. Ein letzter Blick zurueck, dies war wohl der letzte Tauchgang fuer eine laengere Zeit. Besser haette er nicht sein koennen…

11. Juni 2007, 3:52 pm Uhr

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Bisher 2 Kommentare zum Artikel

  1. Kommentar von Kevin

    Moin Matze,

    Wow, sehr geiler Tauchgang. Da wäre ich gerne dabei gewesen.

    Peace,
    Kevin

  2. Kommentar von Rudi

    Matze, Schande über mich, ich bin Dir nicht ständig digital nachgepilgert. (Wo ist das executive summary?)
    Wenn Kai das gedruckte Buch nimmt, will ich das Hörbuch! Gelesen vom Matzor persönlich.
    Wir verpassen uns also um zwei Wochen in Singapur. Für uns ist es das Sprungbrett into ‘Nam Jungle - den gesamten Juli über!
    Gibt es von der Wrack-Tour auch Bilder?
    Hol Dir keine Lungenentzündung im Flugzeug!
    Bis bald!

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