Tach, nu geht es doch leider stark dem Ende zu. Ich komme gerade von den Perhentian Islands und es war grandios. Jetzt sitze ich in Khota Baru, einer relativ nichtssagenden Stadt, in der man als westlicher Tourist noch immer ein Grund zum Hinschauen zu sein scheint. Heute abend gehts mit dem Nachtzug nach Singapur und ich habe tatsaechlich einen der letzten Schlafplaetze erwischen koennen. Mal schauen was die malayische Bahn da in Sachen Gemuetlichkeit zu bieten hat. Es geht ja einmal von Norden nach Sueden durch ganz Malaysia und so dauert die Fahrt denn auch mal lockere 15 Stunden. Ich hoffe der Weg nach Singapur lohnt sich halbwegs… Bevor ich wieder verpasse die Taucheindruecke zu schildern gehts mal gleich los mit Berichterstattung.

Mit dem Transport nach Kuala Besut, dem Hafen der die Perhentians bedient, geht wieder alles easy entspannt. Dort angekommen versuche ich erstmal nen Bahnticket fuer die Reise nach Singapur zu kaufen. Aber hier gibts nur Bustickets. Logisch, an den Bahntickets verdient keiner was. Egal, also rauf aufs Boot. Die Inseln sind 20 km raus, die Fahrt dauert also etwas laenger aber ist echt schoen. Auf dem Boot werden wir gefragt auf welche der beiden Inseln und an welchen Strand wir denn wollen. Die kleine Insel Kecil soll ein Bisschen entspannter sein, also dahin. Dann wieder die Frage: Strand mit Halligalli oder ein eher ruhiger. Nach der guten Erfahrung auf Ko Tao entscheide ich mich fuer die ruhige Coral Bay auf der Westseite (Sonnenuntergang!) und soll damit einmal mehr Glueck haben. Alle anderen bis auf einen Kanadier namens Bernard fahren zum grossen Long Beach. Der Strand ist grossartig und fast leer. Es gibt ca. 4-5 Bungalowbetreiber. Ich checke ein paar von denen aus. Einige zu teuer, andere mit dem charakteristischen Geruch von gammelndem Holz. Dann eine schone Anlage: Maya Resorts. Schoener Bungalow fuer 40 Ringgit, alles klar. Im Zentrum der Anlage ist eine kleine Plattform mit Haengematte, Stuehlen und nem Fernseher. Dort quatscht mich gleich ein autralisches Paerchen, Rebecca und Josh, an und wir verabreden uns fuers Abendessen. Wird ja auch schon wieder dunkel. Also schnell ein kleiner Sprung ins Meer. Auf dem Weg dorthin begegnet mir einer der vielen Dschungelbewohner: ne fette Eidechse die ein Bad nehmen oder im Meer Abendessen besorgen will (siehe Fotos). Naja gut, tut ja wohl nichts. Das Meer ist superklar und ich freue mich schon aufs Tauchen. Am Boden sind allerdings viele tote Korallen und das tut denn doch schon ein Bisschen weh an den Fuessen. Schnell ne Dusche und ab zum Abendessen. Zu uns gesellt sich Martina aus dem Allgaeu. Sie will auch tauchen und hat schon fuer morgen gebucht bei einem Diveshop gleich nebenan. Ich habe mir vorher bei taucher.net nen Diveshop am anderen Strand ausgesucht, welcher ueber einen Trampelpfad in ner Viertelstunde zu erreichen ist. Jo, der Abend ist echt entspannt. Es gibt drei-vier Restaurants, die Ihre Tische direkt auf dem Strand stehen haben und abends den Grill (halbes Oelfass) anwerfen. Oben Sternenhimmel, Plaetschern von vorne, Zirpen von hinten, brutzelndes Fleisch von links, so soll ein Abend am Strand sein. Dazu noch nette Gesellschaft, hier werde ich wohl schoene letzte Tage verbringen koennen.
Am naechsten morgen heisst es mal wieder frueh aufstehen, denn ich will um halb neun am anderen Strand sein um dan eventuell direkt tauchen zu koennen. Der Plan klappt auch. Die Tauchbasis sieht ganz nett aus, aber so der richtig entspannte Flair will nicht aufkommen. Laecheln ist nicht so angesagt. Naja gut, vielleicht bin ich da verwoehnt von Tanote Bay. Egal, das Equipment sieht in Ordnung aus und wird sogar fuer einen aufgebaut (ehrlich gesagt haette ich das lieber selber gemacht). Wir fahren zu dritt mit einem kleinen Boetchen raus und am Tauchplatz D’Lagoon angekommen darf ich nun zum ersten Mal rueckwaerts ins Wasser. Kein Dingen nich, und der erste Blick offenbart gleich dass hier ein voellig anderer Film laeuft als ich es auf Ko Tao mitgekriegt habe: quasi die DVD unter den Sichtbedingungen. Es fuehlt sich wirklich an wie in ein Aquarium zu springen. es sind auch gleich ne Menge Fische unterwegs, grosse kleine, bunte, getarnte. Wow! Am lustigsten sind die ca. 1 cm grossen Minishrimps die man kaum erkennen kann. Kollege Titan-Trigger ist auch wieder da, und da kommt dann doch das Ko Tao-Trauma wieder hoch. Puls hoch, Atmung hoch… aber alles entspannt. Wir stossen dann noch auf einen zweiten, der offenbar keinen Bock auf Taucher hat (irgendwie kenne ich diese Haltung, wie er da so erwartungsvoll schief im Wasser liegt). Also Rueckzug, aber auch hier alles locker. Zum Schluss kommt noch ein Richtig fetter Zackenbarsch um die Ecke. Wow! Der zweite Tauchgang des Tages lauft dann unter dem Motto “Trigger-Konfrontationstherapie Teil zwei”. Schon beim Briefing werden ordentlich davon angekuendigt und so soll es denn auch kommen. Wir tauchen am Ufer (Iron Cape), wo es schoene Korallen gibt. Zum tieferen Wasser hin tauchen immer wieder Trigger auf. Irgendwann werden es immer mehr und zum Schluss sind dann sieben gleichzeitig in unserer Naehe. Aber der Guide, ein Local, ist total cool und seine Lockerheit uebertraegt sich denn auch auf mich. Und so finden die Trigger uns denn auch nicht so interessant und wir duerfen passieren. Und ich bin groesstenteils geheilt von meinen Aengsten. Als wir aus dem Wasser kommen schaffe ich es nicht mal mein Equipment abzustellen bevor die bloede Tante vom Tauchshop mir die Tauchgaenge von morgen andrehen will. Na da hab ich ja Bock drauf. Ich sag mal nee, bezahle, und hoffe das Martina und Bernard gute Erfahrungen mit der Tauchschule in Coral Bay gemacht haben. Haben sie, und deswegen gehts dann die naechsten Tage mit Steffen Sea Sports tauchen. Steffen ist ein local, hat aber mehrere internationale Divemaster. Unter anderem Marlon, einen Deutschen, der jeden Satz mit “Hey cool” anfaengt oder beendet. Naja, eigentlich ist er ja auch ganz nett und unter Wasser haelt er ja eh das Maul :-) Die zwei besten Tauchgaenge sind in Extra-Eintraegen beschrieben.
Ja, und ansonsten lasse ich es mir vier Tage richtig gut gehen. Tauchen, sonnen, schwimmen, quatschen, essen und vor allem Entspannen. So soll’s sein. Am Strand kennt man sich denn auch bald, es sind ja auch echt nicht viele da. Total lockere Atmosphaere. Am letzten Tag kommen dann auf einmal Ursula und Janusch um die Ecke, die ich vor nem Monat in Ko Tao getroffen hatte. Tja, die Travellerwelt ist klein. Den Nachmittag nach dem Sugar Wreck-Tauchgang verbringe ich mit einem letzten Sonnenbad und mit Holz sammeln. Abends gibts ein grosses Lagerfeuer und es kommen auch ne ganze Menge Leute, vornehmlich die Locals, bei denen von moslemischer Enthaltsamkeit bezueglich Alkohol nicht viel zu merken ist :-) Ich selbst genehmige mir auch drei kleine Dosen Bier, was fuer ein Exzess! Die Jungs haben ein paar Klampfen mitgebracht und koennen auch verdammt gut spielen und singen, fuer Stimmung ist also gesorgt. Ich ueberlege ob ich nicht auch as zum Besten geben will, aber mir faellt doch tatsaechlich kein Song komplett mit Texten und Akkorden ein. Da ist dringend Auffrischungsbedarf… ein letzter Blick in den ungetruebten Sternenhimmel, tschuess Meer….

13. Juni 2007, 10:57 am Uhr

Kommentiere den Artikel oder setze einen Trackback

Bisher keine Kommentare zum Artikel

  1. Bisher keine Kommentare

Kommentiere den Artikel

Sie müssen eingeloggt sein , um eine Tube Senf beisteuern zu können.



Kommentare zu diesem Artikel über RSS 2.0-Feed verfolgen